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Pädagogische Grundhaltungen

Die wichtige Funktionalität des sozialen Systems Familie soll durch "aktivierende Eltern- und Jugendhilfe" erhalten oder wieder hergestellt werden.
Leitgedanke für "aktivierende Eltern- und Jugendhilfen" ist die Grundannahme, dass Familien über Potentiale und Ressourcen für Verhaltensmodifizierungen verfügen. Familien werden als Experten für ihre Lebenswelt und ihre Geschichte betrachtet. Es wird angestrebt, auf der Grundlage dieses Expertenwissens Familiensysteme und einzelne Familienmitglieder zu aktivieren und gemeinsam erarbeitete Modifizierungen erfolgreich im Alltag zu etablieren.

Handlungsleitende Grundlagen

Krisen werden als Chance gesehen, weil das Gewohnte nicht mehr funktioniert. Sie erzeugen ein Bewusstsein für Verhaltensänderungen. Diese Wirkung von Krisen nutzt "aktivierende Eltern- und Jugendhilfe", indem in der Zusammenarbeit mit Familien gemeinsam Wege aus der Krise entwickelt, Lebensplanungen einzelner Familienmitglieder und gesellschaftliche Anforderungen miteinander in Einklang gebracht werden.

Ressourcenorientierung:

  • positiv orientierte Betrachtungsweise.
  • Blick auf vorhandene Stärken, Energien und Interessen, die gefördert und ausgebaut werden.
  • Nutzen von Selbsthilfepotentialen mit dem Ziel eines selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Lebens.
  • Familien tun in schwierigen Situationen das Beste, was sie können. Sie sind in der Lage mit Unterstützung das Wohl ihrer Kinder zu steigern und zu verbessern.

Systemische Sichtweise:

  • Familie wird als handelndes, dynamisches und aktives System verstanden.
  • Es findet eine Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang zwischen dem symptomhaftenVerhalten und den familiären Interaktions- und Kommunikationsmustern statt (Weg vom Sündenbock-Denken)
  • Einbindung des Systems Familie in das erweiterte soziale Umfeld.
  • Stabilisierung vorhandener Netzwerke oder ggf. Initiierung neuer Stützsysteme.

Lebensweltorientierung:

  • Lebensweltorientierung heisst, den Sinn der Alltagshandlungen der Familien zu entdecken und ernst zu nehmen.
  • "Subjektive" Sichtweisen lassen Möglichkeiten, aber auch Probleme erkennbar werden, wie sie sich für den Kunden darstellen und für ihn bewusst oder unbewusst relevant sind.
  • Die Arbeit wird dort geleistet, wo die Hilfe greifen soll, bei den Familien zu Hause.
  • Kunden/Klienten unterscheiden sich in ihren kulturellen und religiösen Traditionen, die damit verbundenen Lebensstile müssen respektiert werden.

Ziel- und Lösungsorientierung:

  • Ein Problem und dessen Lösung sind nicht notwendig aufeinander bezogen.
  • Lösungsorientierung benötigt nicht die detaillierte Analyse des Problems, um dieses zu lösen (entgegengesetzt zu medizinischen Problemlösungen).
  • Der Fokus liegt darauf, etwas Neues zu beginnen und nicht Ursachen zu erforschen.
  • Zielorientiertes Arbeiten entwickelt konkrete Schritte/Lösungen zur Erreichung der Zukunftsideen des Kunden.
  • Maßgeblich sind Möglichkeiten, Ressourcen und Erfahrungen der Kunden, die für sich die richtige Lösungsstrategie definieren.

Kundenorientierung:

  • Mit Hinweis auf den althochdeutschen Wortstamm "kund" (gewusst, bekannt) wird der Begriff "Kunde" zur sinnvollen Alternative zum Begriff "Klient".
  • Der Kunde wird verstanden als Experte für die eigenen Lebensfragen und für die Überprüfung von tauglichen Antworten.
  • Der Pädagoge wird verstanden als Experte für Hilfeangebote und Methoden, und für das Schaffen von Rahmenbedingungen für ein Zugänglichmachen von Hilfsmitteln.
  • Der Pädagoge versteht sich nicht als verantwortlicher Experte für den Verlauf der Hilfe und für die fürsorgliche Entscheidung darüber, was dem Klienten fehlt und was gut für ihn ist.
  • der Kunde weiß, was er will oder nicht will, und vor allem, was ihm hilft.

Diese Grundhaltungen bedeuten, Funktionierendes zu erhalten und auszubauen, nicht funktionierenden Anteilen hingegen ihrer Brisanz und belastenden Funktion zu nehmen.

Stärken stärken, Schwächen schwächen.

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